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Pfarrer Greve und
sein HelferInnenteam mussten schweren Herzens diesen Anlass
einstellen. „Zu gross und zu aufwendig, zu viel Stress für’s
Dorf Romanshorn, nicht mehr zu bewältigen usw.", hiess es
damals. „Sauriers" sind offenbar zum Aussterben verurteilt.
Nun wird in der Nordostschweiz ein Neubeginn versucht.
Zusammen mit der Säntis - Schwebebahn AG lädt Diakon Eck
Hörhager, selbst seit 41 Jahren im Sattel aller möglichen
Motorräder unterwegs, wiederum am zweiten Maisonntag (14. Mai)
zum „Töffgottesdienst" ein. „Ich möchte das Evangelium
zu den Menschen bringen und nicht mehr in der Kirche warten, bis
keiner kommt!" begründet Diakon Hörhager, von seinen
KameradInnen „Töffpfaff" genannt, sein Engagement. Die
besondere Note dieses Anlasses ist, dass der Gottesdienst auf 2
502 Metern Höhe stattfindet und zwar auf dem Gipfel des Säntis.
In der Licht durchfluteten Panoramahalle, die bis zu 500 Menschen
fasst und einen eindrücklichen Rundblick auf die
Gebirgslandschaft ermöglicht, wird ab 14.30 Uhr gebetet und
gesungen, begleitet von der Rockband CEM. Die Motorräder werden
derweil auf der Schwägalp in Reih und Glied parkiert. Zum Gipfel
schwebt man mit der berühmten Säntis - Schwebebahn, die mit
Hilfe von nur zwei Stützen in acht Minuten 1 150 Höhenmeter
überwindet. Natürlich werden die TöfffahrerInnen an diesem
besonderen Tag zum Sondertarif befördert. Statt für 36 Franken
wird man für 23 Franken (15,40 Euro) hin – und
zurücktransportiert. Halbtaxfahrer, Kinder und Jugendliche bis 16
Jahre zahlen 15 Franken (10 Euro). Will man einen Sitzplatz beim
Gottesdienst sicher haben, sollte man spätestens um 14.00 Uhr die
Bergfahrt antreten. Noch weniger Stress entsteht, wenn man schon
um halb zwölf Uhr auf den Gipfel schwebt, um dort im gemütlichen
Restaurant zu Mittag zu essen. Bei Schlechtwetter ist es auch
o.k., wenn die MotorradfahrerInnen für einmal auf vier Rädern
zur Schwägalp kommen. Nach Vorweisen des Fahrzeugausweises des
persönlichen Motorrads werden die Billettermässigungen gewährt.
Wer Gott also für einmal 2 502 Meter näher sein will, wer sich
diese kleine spirituelle Auszeit gönnen möchte, der möge sich
diesen Termin rot im Fahrtenbuch anstreichen.
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