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Bugatti - wer gerät nicht schon bei
diesem wohlklingenden Autonamen ins Schwärmen? Markenzeichen
der meisten historischen, blauen Fahrzeuge: Ein halb-ovaler,
hufeisenförmiger Kühler mit einem roten Emailleschild und weißem
Schriftzug an der Spitze. Auf der 5. Bremen Classic Motorshow
vom 2. bis 4. Februar 2007 können die Besucher die automobilen
Schätzchen im Rahmen der Sonderschau hautnah bewundern. Zu
sehen sein werden viele außergewöhnliche
Raritäten und Prototypen. Zum Beispiel der Bugatti T32
"Tank", der legendäre Rennwagen T35, der Royale
Esders, ein Bébé-Unikat, ein Aerolithe, ein T55 GP Roadster
sowie der T64 - und die sind zum Abschuss - natürlich
nur mit der Kamera - freigegeben.
Eigens vom Musée
National de l´Automobile in Mulhouse werden die Raritäten von
Frankreich nach Bremen transportiert. „Die Bremen Classic
Motorshow ist für uns eine gute Gelegenheit, einige
Seltenheiten unserer Sammlung dem interessierten Publikum in
Deutschland zu zeigen“, so Richard Keller vom Museum. „Wir
bringen Kostbarkeiten, bei denen Sammlerherzen höher schlagen.
Der riesige Bugatti Royale Esders ist sozusagen ein Roadster für
Könige. Der T32 „Tank“, dessen
experimentelle Karosserie ganz außergewöhnlich aber
zukunftsweisend war, sowie den Bugatti T64, einen Prototypen,
den Jean Bugatti höchstpersönlich fuhr.“ Kein Wunder, verließen
die exklusive Autoschmiede im elsässischen Molsheim lediglich
7900 Fahrzeuge. Vom Royale wurden gar nur sechs produziert.
Die Firma war
legendär dafür, die besten Sportwagen ihrer Zeit zu bauen.
Firmengründer Ettore Arco Isidoro Bugatti wurde am 15.
September 1881 in Mailand geboren. Seine künstlerische Ader,
die später in seinen Automobilbau einfloss, wurde ihm in die
Wiege gelegt. Sein Vater Carlo war ein wichtiger Möbel- und
Juwelen-Designer, sein Großvater Architekt und Bildhauer. Schon
früh zieht es Bugatti auf die technische Schiene. Als
Konstrukteur drückte er der Gasmotorenfabrik Deutz seinen
Stempel auf. Der Schritt zur Selbstständigkeit ist für den
Pferdeliebhaber Ettore Bugatti vorgezeichnet. Obwohl in Italien
geboren gründete Ettore Bugatti seine Automobilfabrik im
Molsheim im Elsass. Das erste Fahrzeug, das die Werkshalle verlässt,
ist der T13, für den Bugatti den Begriff „Le Pur-Sang“
(Vollblut) schützen lässt. Mit seinen recht geringen
Abmessungen und dem kleinen Motor (1,327 Liter Vierzylinder, 22
PS) kann sich das Fahrzeug aber nicht den erhofften Respekt
verschaffen. Das ändert sich schlagartig nach Abschluss der
ersten Rennen, bei denen der Bugatti ausgezeichnet abschneidet.
Weitere, etwas größere Typen (15 und 17) folgen, wenngleich
der Typ 13 bis 1925 produziert und verkauft wird.
Ein Schuss Größenwahn
gehörte wohl dazu, als Bugatti den T41 Royal baute. Es sollte
der größte und teuerste Superluxuswagen der 20er Jahre werden,
der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, Königen und
Millionären vorbehalten. Unter der Haube des 1927 vorgestellten
Prototypen bullerte ein gigantischer 14,7-Liter Achtzylinder
(der später auf 12,7 Liter reduziert wurde) mit 250 PS. 4,57
Meter Radstand, 1,60 Meter Spurweite, Gewicht 3,2 Tonnen,
Verbrauch 50 Liter auf 100 Kilometer - so weitere Daten. Die
Produktion ist auf 25 Fahrzeuge ausgelegt. Doch die Könige und
Reichen der Welt halten sich bedeckt. Lediglich Alfons XIII. von
Spanien bestellt einen (tritt später aber vom Kauf zurück). So
werden nur sechs Royals produziert, lediglich vier (für damals
unvorstellbare 150 000 Franc, nur für das Chassis) verkauft.
Bei den kleineren
Fahrzeugen läuft die Produktion aber gut weiter. Doch 1939
erleidet die Firma einen schicksalsschweren Schlag: Jean
Bugatti, Sohn des Firmengründers, stirbt im Alter von nur 30
Jahren bei Testfahrten mit einem 57C-Rennwagen nahe der Fabrik
in Molsheim. Danach sank der Stern Bugattis. Der 2. Weltkrieg
ruinierte die Fabrik vollends und die Firma erholte sich davon
nicht mehr, wenngleich sie bis 1963 weiter produzierte.
Ettore
Bugatti starb am 21. August 1947 in
Paris. Doch sein Name lebt weiter. Heute
baut VW, das seit 1998 die Rechte am Namen hat, Supersportwagen
mit Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 300 km/h. Optisches
Markenzeichen damals wie heute: Der halb-ovale, hufeisenförmige
Kühler mit dem roten Bugatti-Emblem an der Spitze.
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