Szenen-News Juli 2007

Nimm zwei!

Christoph Madaus präsentiert die "Twintrax“ 

Etwas ganz Besonderes sollte es sein, ein Motorrad, 
das nicht an jeder Straßenecke steht. Man schrieb das Jahr 1995, 
als das Projekt im Kopf des Designers Christoph Madaus Formen annahm.




Schon als Jugendlicher schraubte der Kölner Perfektionist an Mofas, als Erwachsener begann er edle Motorräder zu sammeln. Neben seiner Garage erstreckt sich eine geräumige, vollausgestattete Werkstatt, in der Madaus seine Bikes customized. Hier entstand in zwölfjähriger Handarbeit die Twintrax: Zwei Harley-Davidson Motoren in einem langgestreckten Rahmen mit einer dragsterartigen Sitzposition schwebten Madaus vor. Ein Motorrad, vollendet in Technik und Design. Eine Maschine, die – anders als viele Produkte einschlägiger Customizer – dem Gattungsnamen „Fahrzeug“ zur Ehre gereicht. Und Madaus setzte seinen Traum beharrlich um. 
Den stabilen Rahmen des edlen Unikats entwarf und fertigte der findige Selfmade-Entwickler um die zwei US-V-Twins herum. Diese ließ er in ihrem Heimatland Wisconsin seinen Wünschen gemäß aufbauen. Bei der Konstruktion der Kupplung und des aufwändigen Primärantriebs halfen ihm CAD-Programme. Alle Transmissionsaufgaben bis auf den Sekundärantrieb übernehmen extrem reißfeste Zahnriemen. 
Um die makellose Blechbearbeitung zu erlernen, die er sich für sein Projekt vorstellte, drückte Madaus eigens bei der Fahrzeugakademie Schweinfurt noch einmal die Schulbank. Danach entstanden in der heimischen Werkstatt der Kraftstoff- und der Öltank sowie die Schutzbleche. Auch der Sitz und die massiven Gabelbrücken, der mächtige Lenker und die elegant geschwungenen Auspuffkrümmer sind edelster Eigenbau aus feinsten Materialien. Ehrensache, dass die Abgasanlage mit Katalysatoren ausgestattet ist. Und Ehrensache, dass auch optisch ausschließlich überaus cleane Lösungen in Frage kamen: So integrierte Madaus beispielsweise die Hydraulikbauteile für Kupplung und Bremse kurzerhand in die Lenkerklemme. Der Wunsch nach extremer Fertigungstiefe machte selbst vor den Leichtmetall-Verkleidungsteilen nicht Halt: Madaus entwarf nicht nur das zeitlose Design, sondern fertigte im Vorfeld der eigentlichen Produktion höchstpersönlich Clay-Modelle an. Derartige 1:1-Modelle aus einer Profiversion des bekannten Werkstoffs Plastilin kommen für gewöhnlich nur in größeren Designstudios im Automobilbereich zum Einsatz. 
Immer wieder entdeckt der aufmerksame Betrachter neue, edle Details an dem brillanten Einzelstück: etwa das aus dem Vollen gefräste Gebläse am hinteren Motor. Andere aufwändige Finessen, wie die Nadellagerung des Gasgriffs, bleiben dem Auge verborgen. 
Das Fahrzeuggewicht von 400 Kilogramm erforderte ein sehr stabil ausgelegtes Fahrwerk. Vorn setzt Madaus daher auf eine 41 mm WP Gabel und am Heck kommen zwei WP Federbeine, die eigentlich als Monosysteme ausgelegt sind, zum Einsatz. Die Fahrwerkskomponenten wurden eigens vom Hersteller auf ihren sehr speziellen Einsatzzweck hin abgestimmt. Der Radstand von 2,06 Metern und die Sitzhöhe von lediglich 790 Millimetern sorgen in Verbindung mit den weit hinten angebrachten Fußrasten für ein stilechtes Dragstergefühl auf der Twintrax. Die  Leistung des Doppel-Vs ist dem Erbauer zufolge „jederzeit völlig ausreichend“ bemessen. 
Rückspiegel sowie Kennzeichen- und Rückleuchtenhalter – elbstredend made by Madaus – verraten, dass der Konstrukteur sogar eine TÜV-Zulassung seiner Twintrax anstrebt. Lassen wir uns überraschen! 


Weitere Informationen 
www.twintrax.de


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