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Nimm zwei!
Christoph
Madaus präsentiert die "Twintrax“
Etwas ganz Besonderes sollte es sein, ein Motorrad,
das nicht an jeder Straßenecke steht. Man schrieb das Jahr
1995,
als das Projekt im Kopf des Designers Christoph Madaus Formen
annahm.
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Schon
als Jugendlicher schraubte der Kölner Perfektionist an Mofas, als
Erwachsener begann er edle Motorräder zu sammeln. Neben seiner
Garage erstreckt sich eine geräumige, vollausgestattete
Werkstatt, in der Madaus seine Bikes customized. Hier entstand in
zwölfjähriger Handarbeit die Twintrax: Zwei Harley-Davidson
Motoren in einem langgestreckten Rahmen mit einer dragsterartigen
Sitzposition schwebten Madaus vor. Ein Motorrad, vollendet in Technik
und Design. Eine Maschine, die – anders als viele Produkte einschlägiger
Customizer – dem Gattungsnamen „Fahrzeug“ zur Ehre gereicht. Und Madaus setzte
seinen Traum beharrlich um.
Den stabilen Rahmen des edlen Unikats entwarf und fertigte der
findige Selfmade-Entwickler
um die zwei US-V-Twins herum. Diese ließ er in ihrem Heimatland
Wisconsin seinen Wünschen gemäß aufbauen. Bei der Konstruktion der
Kupplung und des aufwändigen Primärantriebs halfen ihm
CAD-Programme. Alle
Transmissionsaufgaben bis auf den Sekundärantrieb übernehmen
extrem reißfeste
Zahnriemen.
Um die makellose Blechbearbeitung zu erlernen, die er sich für
sein Projekt vorstellte,
drückte Madaus eigens bei der Fahrzeugakademie Schweinfurt noch einmal
die Schulbank. Danach entstanden in der heimischen Werkstatt der Kraftstoff-
und der Öltank sowie die Schutzbleche. Auch der Sitz und die massiven
Gabelbrücken, der mächtige Lenker und die elegant geschwungenen Auspuffkrümmer
sind edelster Eigenbau aus feinsten Materialien. Ehrensache, dass
die Abgasanlage mit Katalysatoren ausgestattet ist. Und
Ehrensache, dass auch
optisch ausschließlich überaus cleane Lösungen in Frage kamen:
So integrierte Madaus
beispielsweise die Hydraulikbauteile für Kupplung und Bremse
kurzerhand in die Lenkerklemme. Der Wunsch nach extremer Fertigungstiefe
machte selbst vor den Leichtmetall-Verkleidungsteilen nicht Halt: Madaus
entwarf nicht nur das zeitlose Design, sondern fertigte im Vorfeld
der eigentlichen
Produktion höchstpersönlich Clay-Modelle an. Derartige
1:1-Modelle aus einer
Profiversion des bekannten Werkstoffs Plastilin kommen für gewöhnlich
nur in größeren Designstudios im Automobilbereich zum Einsatz.
Immer wieder entdeckt der aufmerksame Betrachter neue, edle
Details an dem brillanten
Einzelstück: etwa das aus dem Vollen gefräste Gebläse am
hinteren Motor.
Andere aufwändige Finessen, wie die Nadellagerung des Gasgriffs, bleiben
dem Auge verborgen.
Das Fahrzeuggewicht von 400 Kilogramm erforderte ein sehr stabil
ausgelegtes Fahrwerk.
Vorn setzt Madaus daher auf eine 41 mm WP Gabel und am Heck kommen
zwei WP Federbeine, die eigentlich als Monosysteme ausgelegt sind, zum Einsatz. Die
Fahrwerkskomponenten wurden eigens vom Hersteller auf ihren
sehr speziellen Einsatzzweck hin abgestimmt. Der Radstand von 2,06 Metern und die
Sitzhöhe von lediglich 790 Millimetern sorgen in Verbindung mit den
weit hinten angebrachten Fußrasten für ein stilechtes
Dragstergefühl auf der Twintrax.
Die Leistung des Doppel-Vs ist dem Erbauer zufolge „jederzeit
völlig ausreichend“
bemessen.
Rückspiegel sowie Kennzeichen- und Rückleuchtenhalter –
elbstredend made by
Madaus – verraten, dass der Konstrukteur sogar eine
TÜV-Zulassung seiner Twintrax
anstrebt. Lassen wir uns überraschen!
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