|
Szenen-News September 2009 |
|
Schutz für Fahranfänger: Gerade Motorradneulinge sind oft in Unfälle verwickelt, für die notwendige Schutzausrüstung geben aber nur die wenigsten Geld aus |
|
|
|
Rund 90 Prozent der Verletzungen bei Rollerunfällen könnten durch Schutzkleidung verhindert werden, das ergab eine erste Untersuchung der Polizei zu Zweiradunfällen im Saarland 2005. Problematisch ist, dass viele der Unfallopfer Jugendliche sind, die gerade im Sommer lieber in T-Shirt und kurzer Hose in die Schule oder zum Baden düsen. „Schützende Motorradbekleidung kostet Geld, welches die Jugendlichen häufig nicht haben, so dass oft nur das getragen wird, was gesetzlich vorgeschrieben ist“, meint Dr. Achim Kuschefski vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in Essen. Während die meisten zumindest einen Helm aufsetzten, der auch für Rollerfahrer Pflicht ist, wird der restliche Schutz eher vernachlässigt. „Wir wollen zeigen, welche Risiken dieser Leichtsinn birgt“, so Waarlo. „Deshalb gehört zu jeder Jacke, die wir verschenken, auch eine Sicherheitsberatung.“ Die Fachverkäufer der Motorrad-Ecke zeigen den Jugendlichen dabei, wie die eingearbeiteten Sturzpolster an Schulter und Ellbogen der Motorradjacke bei einem Aufprall die Energie auf eine größere Fläche verteilen und somit schwere Verletzungen vermeiden können. Die Rollerfahrer können testen lassen, ob ihr Helm richtig sitzt und somit Stöße richtig gedämpft werden. Auch das richtige Schuhwerk wird bei der Sicherheitsberatung ein Thema sein. Schuhe mit Stahl- oder Kunststoffverstärkung, die mindestens über den Knöchel reichen, schützen den Fuß etwa beim seitlichen Wegrutschen in einer Kurve. Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme sind außerdem Reflektoren an Hüfte, Armen und Beinen, damit die Fahrer bei schlechtem Wetter und in der Nacht gut sichtbar sind. „Bereits im unteren Preissegment gibt es im Fachhandel Motorradbekleidung und Helme, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen und den notwendigen Schutz bieten“, sagt Waarlo. Ausschlaggebend ist dabei die richtige Passform, denn nur so ist auch die Sicherheit gewährleistet. Bei der Auswahl von Ausrüstung und Helm ist es deshalb wichtig, die Beratung eines geschulten Fachverkäufers zu bekommen. Wie eine Untersuchung des ifz zeigt, ist die Verletzungshäufigkeit von Rollerfahrern an Kopf und Beinen sogar noch höher als bei Motorradfahrern. Grund dafür ist der unzureichende oder fehlende Schutz. Bereits bei geringen Geschwindigkeiten kommt es im Falle eines Sturzes oft zu schweren Verletzungen, offenen Wunden und Knochenbrüchen. Die Biker-Jacken, die jetzt von der Motorrad-Ecke verschenkt werden, sind mit ergonomisch angepassten Sturzpolstern an Schultern, Ellenbogen und Rücken ausgestattet. Das Textilgewebe ist wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv, so dass sich die Schutzjacke auch im Sommer gut tragen lässt. „Trotzdem ist eine Jacke kein Sicherheitsgurt und kein Airbag“, mahnt Dr. Kuschefski. „Vorausschauendes Fahren ist für Motorrad- wie für Rollerfahrer nach wie vor am wichtigsten.“ |
|
|