Szenen-News Januar 2010


Technorama 20.-21. Februar 2010 in Kassel

Benzin im Blut

Simson-Mopeds treffen auf Kawasaki Z900 Motorräder, Kult-Maschinen stehen
neben aktuellen Modellen und Rennfahrer plaudern mit Hobby-Schraubern – die
Technorama Kassel ist eine Fachmesse der Kontraste und ein beliebter
Treffpunkt für Motorrad-Verrückte. Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Februar
2010, lassen sie auf dem Kasseler Messegelände die Motoren röhren – und
das bereits zum vierten Mal.



Oldtimer-Experten: Dieter Wiebusch und Jochen Luck


Sie kommen aus Deutschland und aus den Nachbarländern. Sie gehören zu Stammtischen oder sind Einzelkämpfer. Sie haben gleich mehrere Krafträder im Gepäck oder suchen nach einem Ersatzteil. Doch eines haben sie alle: Benzin im Blut. Und eines wollen sie alle: die Faszination Motorrad am Leben erhalten.
Es begann 1975: Lebendig war die Zeit, rebellisch die Jugend. „Das waren wilde Jahre mit langen Haaren, Rockmusik und Motorrädern“, erinnert sich Michael Wieder, der 2003 den Kawasaki-Z1-Stammtisch Kassel gegründet hat. 2007 organisierte die Hobby-Truppe ihre erste Ausstellung auf der Technorama und war als einzige Motorrad-Vereinigung vertreten.
In diesem Jahr erwartet Messe-Chef Jens Güttinger etwa 60 Marken- und Typen-Clubs, Interessengemeinschaften, Stammtische und Einzelkämpfer aus der deutschen und europäischen Motorrad-Szene, zum Beispiel die Honda Monkeys, die Simson-Freunde Kassel, die Vespa-Freunde Kassel und die Kawa-Triple-Klinik. Zu sehen sind unter anderem MZ- und Horex-Motorräder, eine XT-Sammlung sowie Yamaha SR Maschinen. Honda CB 750 Four, Harley Davidson Chapter Kassel und Enduro Club Hofgeismar sind weitere Verbände, die sich auf der Technorama präsentieren.
In den Hallen drei und vier kommen Gleichgesinnte zusammen, die sich für die Kulturgeschichte von Krafträdern interessieren, die Erfahrungen austauschen, Benzingespräche führen und das eine oder andere kostbare Stück mit nach Hause nehmen wollen. Hier sieht man Männer, die mit strahlenden Augen ein Ersatzteil zum Auto tragen. Messe-Chef Güttinger rechnet mit bis zu 15.000 motorradbegeisterten Besuchern.
Das Besondere an der Technorama sei die Mischung aus Teilemarkt, Auto- und Motorrad-Oldtimern, findet Wieder. Sein Stammtisch bringt rund 25 Maschinen mit, darunter Kawasaki Z1 Motorräder, also richtige Originale aus dem ersten Baujahr 1973, die neu aufgebaut und restauriert wurden. „Darüber hinaus eine Model-Palette, Umbauten, Scheunenfunde, Z650 Modelle und im Gegensatz dazu Z1000 Modelle“, erklärt Klaus Weinrich, ebenfalls Mitglied des Kawasaki-Z1-Stammtisches.
Neben den klassischen Maschinen steht auch der historische Motorsport im Mittelpunkt der bekannten Fachmesse. Der Rennfahrer André Siemon transportiert in seinem Anhänger, der mit einer Übernachtungsmöglichkeit, einer Werkstatt und einem Vorzelt ausgestattet ist, gleich drei bis vier Maico MD 250 Rennmaschinen nach Kassel, darunter eine Maico 125 RS und einige Clubsport-Rennmotorräder. „Ich freue mich, wenn die Besucher den Ausstellern Löcher in den Bauch fragen“, sagt Siemon. Mit der Technorama verbinde er vor allem Geselligkeit, Spaß, Lachen und offene Gespräche.
Martin Stehouwer aus den Niederlanden, ein Sammler und Fahrer von 50ccm Rennmaschinen, reist zusammen mit Michel du Maine an, der sich auf alte Yamaha-Rennmaschinen spezialisiert hat. „Michel du Maine besitzt mit die wertvollste Yamaha-Rennmaschinensammlung in Europa“, betont Peter Frohnmeyer, der in der in den 70er Jahren internationale Rennen gefahren ist. Für die Technorama poliert du Maine seine Yamaha TZ 750, seine RTM 250, eine einmalige italienische GP-Rennmaschine, und seine Yamaha TZ 350. Stehouwer hat seine Uhl-Stein Kreidler 50 aus der Ex-DDR, seine Riga 50, eine lettische Werksrennmaschine, und seine Kovrovets 175, eine russische Rennmaschine, mit dabei.
Feuerstühle verschiedenster Fabrikate und Hubraumklassen aus allen Dekaden sowie Meilensteine der technischen Entwicklung: Die Technorama Kassel soll nicht nur die Möglichkeit bieten, eine Zeitreise durch die Motorrad-Geschichte zu unternehmen. Ziel der Schraubermesse ist es auch, die Menschen hinter den Maschinen in den Vordergrund zu rücken. Ein Pflichttermin für alle Motorrad-Freaks und für die, die es werden wollen!

Weitere Schwerpunkte der Technorama auf dem Messegelände Kassel sind der Verkauf von Auto- und Motorrad-Oldtimern sowie der Oldtimer-Teilemarkt. Die Fachmesse ist am Samstag von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt zehn Euro. Das „Insiderticket“ für das gesamte Wochenende kostet 15 Euro und ist bereits am Freitag ab 13 Uhr erhältlich. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren sind frei.


www.technorama.de


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